Dialog mit dem Dunkel

Als Experte für Zweisprachigkeit und Weltwirtschaft hab ich euch Folgendes zu sagen:

Also ich persönlich mag es ja, wenn der Wind so durch die Bäume streicht und die Nacht wieder schweigt. Schweigen ist super! Schade eigentlich, dass es im Englischen gar kein eigenes Verb dafür gibt. Die verpassen richtig was, die Angelsachsen! (ezw)

literaturfrey

Manchmal, wenn ich dunkel frage:
„Warum liebe ich?“
Und es unheilvoll raunt:
„Aus Sehnsucht!“
Dann streicht der Wind durch die Bäume
und dann schweigt die Nacht wieder …

Und manchmal, wenn der Abend,
längst die Wiesen versteckt hat, fordert die Sehnsucht:
„Schreib doch!“
Aber mein Herz, pochend vor Liebe, antwortet:
„Nein! Lebe doch: solltest du sagen.“
Dann streicht der Wind durch die Bäume
und dann schweigt die Nacht wieder.

06/18 PGF

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Eingeordnet unter englisch, Literatur

Keine Adjektive

Als Experte für Zweisprachigkeit und Weltwirtschaft hab ich euch Folgendes zu sagen:
Ernest Hemingway hat eigentlich immer Recht, wenn es um Hochseefischerei oder um Mojitos geht. Selbst beim Thema „Adjektive“ irrt sich der wortgewaltige, bärtige und trinkfeste Meister nur äußerst selten. (ezw)

literaturfrey

Es heißt Hemingway hätte gesagt: „Wenn du einem Adjektiv begegnest, dann bring es um!“*. Es wäre böse, zu unterstellen, dass er sich am Ende mit einem verwechselt hat …
Wie so oft, wenn begnadete Autoren etwas anmerken, führt dies, bei einer bestimmten Gruppe von Menschen, dazu ein Dogma daraus zu schmieden. Ohne große Mühe taucht dieses, kaum Zeit verzögert, in den gängigen Schreibratgebern auf und verbreitet sich von dort, wie Grippeviren.
Das Schöne, an jeder Wahrheit, jeder Mode, jedem Geschmack ist, dass sie relativ sind. Darauf kann man sich immer berufen, wie man merkt, wenn man es probiert. In bestimmten Zusammenhängen, mit einem bestimmten Ziel sind Adjektive doof, im nächsten Kontext, bei anderer Intention ein Volltreffer.
Zum Veranschaulichen dieser These habe ich, zwei Texte gegenübergestellt, wie sie mit und ohne Adjektive klingen und wirken, und, nach subjektivem Befinden, eine kleine Plus/Minus-Tabelle folgen lassen.
Und wer es ganz anders sieht? Wunderbar!…

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Meine Gemeinsamkeiten mit Donald Trump

Als Experte für Zweisprachigkeit und Weltwirtschaft hab ich euch Folgendes zu sagen:

Meine Schülerinnen und Schüler wollen immer wieder von mir wissen, was mich denn mit US-Präsident Trump verbinde. Ok, heute möchte ich dieses Thema einmal umfassend erörtern.

Welche Gemeinsamkeiten gibt es also zwischen mir („Experte für Zweisprachigkeit und Weltwirtschaft“) und Donald („The Donald“)?

  • Wir beide lieben Cheeseburger. Und, ja. (ezw)

 

 

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Getaktete Kindheit

Als Experte für Zweisprachigkeit und Weltwirtschaft hab ich euch Folgendes zu sagen:

Frau Henner aus der Provinz ist Lehrerin in ebendieser, doch denkt sie alles andere als provinziell. In berührender Weise spricht sie ein globales Phänomen an: das Diktat der Sinnhaftigkeit.

Wann dürfen unsere Kinder sich endlich mal wieder langweilen? (ezw)

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Die bärtige Prinzessin

Als Experte für Zweisprachigkeit und Weltwirtschaft hab ich euch Folgendes zu sagen:

Käpt’n Iglo hat einen, Conchita hat einen und selbst ich hab einen Bart, nämlich immer dann, wenn ich vor lauter Expertentätigkeit mal wieder nicht zum Rasieren komme.

Okay, und schließlich will auch noch irgendeine Märchenprinzessin einen Bart haben. Na und, ist das ein Problem? Nun ja, jetzt ist die Prinzessin in Wahrheit halt ein Prinz und überhaupt will sie – also er – auch noch einen anderen Prinzen heiraten. Das geht in seinem Märchenreich irgendwie gar nicht. Anscheinend sind die dort noch nicht so weit diesbezüglich wie wir hier in Österr… – äh, egal jetzt.

Jedenfalls: Der preisgekrönte Kinderbuchautor Martin Auer hat diesem spannenden Thema sein neuestes Buch gewidmet. Es ist schon fertig geschrieben, jetzt muss es nur noch gedruckt werden. Und dabei könnt ihr ihn unterstützen. Macht euch am besten selbst ein Bild von seinem Projekt bzw. ein Video:

Martin Auer lebt und arbeitet wie ich in Wien. Unsere Töchter gehen in die gleiche Klasse. (ezw)

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Eingeordnet unter Österreich, Literatur, Sprache

Bücher als Zumutung

Als Experte für Zweisprachigkeit und Weltwirtschaft hab ich euch Folgendes zu sagen:

Wir sollten keinesfalls alle Lehrinhalte dem Diktat der ökonomischen Verwertbarkeit opfern!

Geld kann man genauso gut verdienen, wenn man nichts gelesen hat.“ (Siehe Blogbeitrag)

Tja, das hat schon seine Richtigkeit und doch bietet die Lektüre literarischer Werke einen Mehrwert, der sich nicht einmal mit Gold und Silber aufwiegen ließe. Ja, ganz genau! Und das will was heißen, wenn ich so was sage, denn ihr wisst, wie sehr ich das edle Metall schätze. (ezw)

hingehört & draufg(e)schaut ... und nachgedacht

Dienstagmorgen, 8 Uhr, zweiter Tag des neuen Schuljahres. Die erste Deutschstunde in meiner Klasse steht an. Womit soll ich beginnen? Was könnte den SiebtklässlerInnen Freude machen? Wie mache ich Ihnen zu Beginn des Schuljahres wieder ein bisschen Lust auf Deutsch? Mit einem Buch natürlich. Was sonst?

Also schnappe ich mir den Klassensatz von Bernhard Schlinks Der Vorleser und mache mich auf den Weg in den dritten Stock. Zugegeben, gleich zu Beginn ein Klassiker, Goethe, Schiller oder Lessing in Form eines abgegriffenen Reclam-Heftes, würde möglicherweise ein bisschen abrupt anmuten. Nein, es soll schon etwas Gefälliges sein, Gegenwartsliteratur, ein Bestseller mit mitreißendem Inhalt, verpackt in ein gar nicht so unansehnliches Diogenes-Taschenbuch.

Im Gang des dritten Stockes begegne ich einer meiner Schülerinnen und bitte sie, mir ein paar Bücher abzunehmen, bevor der Stapel kippt. Hilfsbereit und freundlich eilt sie herbei – angesichts der Bücher aber fällt ihr alles hinunter: „Nicht im Ernst. Ein…

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Eingeordnet unter Österreich, Erziehung, Literatur, Medien, Sprache

Du siehst mich an …

Als Experte für Zweisprachigkeit und Weltwirtschaft hab ich euch Folgendes zu sagen:
Ein wenig Literatur möge uns erquicken! (ezw)

literaturfrey

„Ich habe es ernst gemeint.“
Du siehst mich an, mit diesem spöttischen Blick, der mich verletzt.
Du glaubst mir nicht und lässt es mich wissen.
Du siehst mich an, wie einen Fremden, der störend, in der Schlange an der Kasse, vor dir steht.
Ich werde nie aufhören mich zu erklären, als müsste ich mich immer entschuldigen. Selbst für das, was ich gar nicht getan habe.

„Ich weiß, dass es kompliziert ist, dass ich kompliziert bin.“
Ich breche ab und erwähne nicht die letzten Wochen.
Es wäre nutzlos.
Du bist enttäuscht, fühlst dich verletzt, egal was ich sage … es ist, wie Treibsand: besser man bewegt sich nicht.
Meine Wahrheit ist nicht deine, begreife ich.

Dann siehst du mich doch an, verletzlich, fragend.
Und alles Entschiedene gerät wieder ins Rutschen.

09/17 PGF

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Eingeordnet unter Literatur, Medien, Sprache